Verchen am Kummerower See
Den Kummerower See säumen mehrere kleine Orte: Diejenigen Orte,
die am westlichen Ufer des rund 11 km langen und durchschnittlich 4 km breiten Sees liegen, sind mecklenburgisch. Der östliche
Uferbereich einschließlich Verchen gehört aber zu Vorpommern. Das kleine 500-Einwohner-Dorf ist also aufgrund seiner Lage
gewissermaßen ein Grenzort. Der Ortsname wurde zum ersten Male im Jahre 1164 in Zusammenhang mit der so genannten Schlacht bei Verchen dokumentiert.

Der Baubeginn des ältestem Bauwerk im Dorf,
der Kirche St. Marien, fällt in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts. Es handelt sich dabei um einen eher schlichten
gotischen Backsteinbau. Auffällig aber und eher ungewöhnlich hinsichtlich seiner architektonischen Gestaltung ist, dass der
Glockenturm mittig an die Längsseite des Schiffes angefügt wurde.
St. Marien war ursprünglich wie die Kirche im 40 km östlich gelegenen
Stolpe eine Benediktiner-Klosterkirche. Allerdings bildete sich der
Konvent in Verchen nicht aus Mönchen, sondern aus Nonnen, oder noch genauer gesagt: aus
Benediktinerinnen. Sie haben nach der Reformation im 16. Jahrhundert das Land verlassen. Geblieben sind dagegen im Kircheninneren
bedeutende Ausstattungsstücke: So kann man heute noch drei spätmittelalterliche Chorfenster bewundern, die jedoch im 19.
Jahrhundert nicht unerheblich ergänzt wurden. Sehenswert sind außerdem der noch vorhandene Mittelschrein des gotischen Altars
mit einer Verkündigungsszene und ferner eine Reihe von mittelalterlichen Schnitzskulpturen.
 

Neben der Kirche ragt unter den anderen historischen Gebäude in
Verchen besonders das ehemalige Amtshaus (siehe folgendes Foto) hervor, das in der Mitte des 18. Jahrhunderts auf dem
Fundament eines Klostergebäudes und unter Verwendung von Bauteilen eben erwähnten Vorgängerbaus im Stile des Barocks errichtet wurde. So
stammt der eindrucksvolle Gewölbekeller noch von dem ursprünglichen Klosterbau aus dem 13. Jahrhundert. Heute wird das ehemalige Amtshaus als ein
Jugendhotel genutzt. Umgeben wird es von einem großen, parkähnlichen Garten.
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