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Der Name Usedom bezeichnet einerseits eine Insel im äußersten Nordosten Deutschlands, andererseits eine Stadt, die sich im südlichen Bereich der eben erwähnten und außerdem nach ihr benannten Insel befindet.

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Die Stadt Usedom ist heute ein kleines Landstädtchen mit rund 2000 Einwohnern. Ihre Ursprünge gehen wohl bis ins 10. Jahrhundert zurück, als sich um eine slawische Burg eine prosperierende Händler- und Handwerkersiedlung bildete. Der heutige, sogenannte Schlosshügel war einst Teil dieser slawischen Wallburganlage. Später stand auf diesem Hügel noch ein Schloss der pommerschen Herzöge, das aber wie sein Vorgängerbau nicht mehr vorhanden ist. Vielmehr findet man jetzt auf dem Schlosshügel ein mehrere Meter hohes Steinkreuz, das an die Christianisierung des Landes im 12. Jahrhundert erinnert. Dieses epochale Ereignis vollzog sich tatsächlich in der Stadt Usedom im Jahre 1128, als auf Veranlassung und unter der Federführung des Bischofs Otto von Bamberg die slawischen Regionalfürsten auf einem einberufenen Landtag in der damaligen Burg zum Christentum übertraten.

Die positive Entwicklung der Siedlung setzt sich anschließend auch im 12. und 13. Jahrhundert fort und wird durch die Stadtrechtsverleihung nach Lübecker Vorbild im Jahre 1298 gekrönt. Zu diesem Zeitpunkt war aus der einst slawischen Siedlung im Zuge der Ostexpansion der Niedersachsen und Westfalen längst eine deutsche Marktsiedlung geworden, die auch am Handel der Hanse erfolgreich partizipierte.

Ab dem 15. bis zum 18. Jahrhundert sorgten mehrere Stadtbrände und verheerende Kriege für einen immensen wirtschaftlichen Niedergang der Stadt. Im 18. Jahrhundert wurde Usedom sogar von Swinemünde als bedeutendste Stadt auf der Insel abgelöst.

Das heutige Erscheinungsbild des eher verschlafen wirkenden Städtchens prägen im wesentlichen Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert, die überwiegend ein- bis zweistöckig sind. Von den mittelalterlichen Gebäuden hat sich nur das Anklamer Tor erhalten. Heute beheimatet es ein kleines Regionalmuseum. Die Marienkirche ist eigentlich auch ein mittelalterliches Bauwerk, aber am Ende des 19. Jahrhunderts so umfassend und tiefgreifend umgestaltet worden, dass man sie treffender als einen Bau der Jahre 1891 bis 1893 bezeichnet. Unter den anderen Gebäuden stechen besonders das im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts errichtete Rathaus und das nur wenig später in Fachwerktechnik errichtete Pfarrhaus hervor.

 

 

Die Insel, auf der die Stadt Usedom liegt, trägt in ihrer Gesamtheit den gleichen Namen wie die Stadt. Sie ist nach Rügen Deutschlands zweitgrößte Insel. Zu Deutschland gehören allerdings nur rund 85 % der Fläche: Die östliche Inselspitze ist seit 1945 polnisches Staatsgebiet.

Ungefähr 75000 Menschen, 30000 Deutsche und 45000 Polen, bevölkern Usedom. Unsere EU-Nachbarn wohnen fast ausschließlich in Swinemünde, der größten Stadt auf der Insel an ihrem unmittelbaren östlichen Ende. Ein Drittel der deutschen Insulaner hat seinen Wohnsitz in der Gemeinde Seebad Heringsdorf, die mit Abstand das größte Gemeinwesen im deutschen Teil der Insel ist.


die Seebrücke in Ahlbeck

Wenn man den Hafen im polnischen Swinemünde nicht berücksichtigt, dann ist  Usedoms einziges bedeutendes Kapital und ökonomisches Standbein der rund 40 km lange, ununterbrochene steinlose Sandstrand, an dem sich ein Badeort bzw. Seebad an das andere anreiht. Anders gesagt: Die Insel ist vollständig vom Tourismus abhängig.

     

Die einzelnen Seebäder auf Usedom werden mit umfangreichen Fotoserien auf der folgenden Website vorgestellt: http://www.usedom-infoweb.de

Andere Orte auf der Insel, die in diesem Web hier mit Wort und Bildern beschrieben werden, sind

Benz, Mellenthin, Krummin, Karnin, Lütow, Heringsdorf und Kamminke.

        

© Andreas Reuter