Straßburg in der Uckermark
Strasburg liegt rund 10 km westlich von Pasewalk an der Grenze
Vorpommerns zu Mecklenburg und Brandenburg. Mit ihren etwas mehr als 5000 Einwohnern zählt die Gemeinde zu den kleineren Städten in der Region.
Die Umgebung von Straßburg ist recht hügelig, für norddeutsche Verhältnisse sogar fast gebirgig: Die eiszeitlichen
Grundmoränen erreichen hier Höhen bis 100 Meter und teilweise sogar mehr.

Obwohl die Stadt heute in
Vorpommern liegt, ihre Anlage auf den Pommernherzog Barnim I. zurückzuführen ist und kirchenpolitisch seit 1972 zur
Pommersch-Evangelischen-Kirche gehört, ist sie gleichwohl mit ihrer Zugehörigkeit zur Region Uckermark auch ein
brandenburgischer Ort. Und nicht nur das: Strasburg stand spätestens ab 1479 nicht mehr unter dem Einfluss der pommerschen
Herzöge und befand sich ab diesem Zeitpunkt bis weit in die Späte Neuzeit auf dem Hoheitsgebiet von Brandenburg.
Lange Rede, kurzer Sinn: Der historisch gesehen eher brandenburgische Ort ist heute die einzige uckermärkische Stadt
in Vorpommern. Darauf weist auch der offizielle Ortsname deutlich hin, der da lautet: Strasburg/Uckermark.
Genau anders herum liegen die Verhältnisse übrigens bei Gartz an der Oder:
Die eigentlich vorpommersche Stadt ist heute Teil des Landes Brandenburg.
Ältestes Bauwerk der Stadt in der Uckermark ist die Marienkirche, deren Baubeginn
in die Mitte des 13. Jahrhundert datiert wird und somit in die Zeit der Stadtwerdung von Strasburg fällt. Höher als der Kirchturm,
dessen oberer Schaft in Fachwerk ausgeführt wurde, ist der 1926 errichtete achteckige Wasserturm aus roten Backsteinen.
Mit Sicherheit stellt der Wasserturm das markanteste Wahrzeichen von Straßburg dar.

Das Rathaus befindet sich mittlerweile in einem ehemaligen Schulgebäude aus der Mitte des 19. Jahrhundert (siehe vorheriges Foto).
Das ursprüngliche Ratsgebäude wurde während des 2. Weltkrieges zerstört, als rund 50 Prozent der Stadt in Schutt und Asche
sanken. Das wird heute noch im Stadtbild indirekt sichtbar, da man sich beim Wiederaufbau von Strasburg vorwiegend des einfachen und
rationalen Baustils sozialistischer Prägung bediente und demgemäß häufig die kalte und graue Betonplatte verwendete.

Gleichwohl sind noch recht viele historische Häuser vorhanden,
bei denen besonders die schönen Fachwerkgebäude angenehm auffallen. Auch die mittelalterlichen Befestigungsanlagen sind in Teilen noch
erhalten bzw. in Form des so genannten Wallgangs erkennbar. An diesem Wallgang steht eine Multifunktionshalle, die mit einem
überdimensional großen Bild von Max Schmeling dekoriert ist, der vor den Toren der Stadt, und zwar in Klein Luckow, geboren
wurde. Dem berühmten Boxer zu Ehren wurde das Gebäude auf den Namen Max-Schmeling-Halle getauft.
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Einen Besuch des Heimatmuseums in Strasburg sollte man auch nicht verpassen. Bedeutendstes
Exponat dieses kleinen Museums ist eine beeindruckende Uhr aus Stroh, die vom ortsansässigen Schuhmacher Wegener über
einen Zeitraum von 15 Jahren vor etwa 100 Jahren konstruiert wurde.
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