|
Heutige steinerne Zeugen dieser Macht und früheren
Reichtums sind besonders die 3 imposanten gotischen Backsteinkirchen:
-
St.
Nikolai, die Ratskirche, ist eine dreischiffige
Basilika mit Umgangschor und zwei Türmen. Sie besticht
besonders durch ihre wertvolle Innenausstattung. Erwähnt
seien hier unter anderem die vielen mittelalterlichen
Altäre und die astronomische Uhr.
-
St.
Marien stellt den genialen Abschluss und Höhepunkt
der norddeutschen Backsteingotik dar. Architektonische
Auffälligkeiten sind vor allem ihr mächtiges Westwerk und
das dreischiffige Querhaus. Mit 104 Metern Turmhöhe darf sie
übrigens den Titel der größten Kirche in Vorpommern
tragen.
-
St.
Jakobi, die kleinste der drei Stralsunder
Hauptkirchen mit einem erstaunlich schönen Turm, wird nach
Zerstörungen während des Zweiten Weltkrieges heute als
Kulturkirche genutzt. Ihre wertvolle Innenausstattung, die
man zur Zeit restauriert, konnte durch Auslagerung gerettet
werden.

Ein weiteres gotisches Bauwerk, das mittelalterliche
Rathaus am Alten Markt,
zählt zu den bedeutendsten
mittelalterlichen Profanbauten im Ostseeküstenbereich.
Beeindruckend ist die hohe, durch sieben polygonale Pfeiler gegliederte
Schauwand. In den größerenteils original erhaltenen
Stadtklöstern sind heute Museen untergebracht. Im vormaligen Katharinenkloster
der Dominikaner befinden sich das Meeresmuseum
und das Kulturhistorische Museum, im ehemaligen
Franziskanerkloster St. Johannis u. a. eine wertvolle
Barockbibliothek. Auch das Heilgeistkloster ist sehr
sehenswert: Der farbenfrohe Baukomplex besteht aus einer kleinen
gotischen Kirche, einem galeriegeschmückten Kirchgang, einem
massiv gebauten Eldendenhaus und mehreren kleinen Fachwerkbuden.

Stralsund, mit rund 60000 Einwohner die größte
Gemeinde Vorpommerns, ist aber nicht nur Museumsstadt und Unesco-Weltkulturerbe, sondern auch eine Hafenstadt. Wenn man
das Hafengebiet
am Strelasund, der Meerenge zwischen dem Festland und der Insel Rügen,
betritt, kann man beim Anblick der großen Speicher, Schiffe und
Kräne erahnen, wo die wirtschaftlichen Wurzeln der Stadt liegen. Apropos Insel: Wenn man vom
historischen Stadtkern Stralsunds spricht, fällt häufig auch die
Bezeichnung Altstadtinsel. Das historische Zentrum ist nämlich vollständig von Wasser umgeben, einerseits vom
Strelasund, andererseits vom Franken- und vom Knieperteich, die früher Teil der mittelalterlichen Wehranlagen
waren. Von den Stadttoren haben sich noch zwei, das Küter- und das
Kniepertor, erhalten.
|