Es
gibt nur wenige romanische Sakralbauten in Vorpommern: Schließlich
setzte sich das Christentum hier erst zum Ende dieser Kunstepoche,
d. h. gegen Ende des 12. Jahrhunderts, endgültig durch. Daher kann
das rund 1000 Einwohner zählende Dorf Semlow sehr stolz darauf
sein, dass es eine romanische Feldsteinkirche, sprich: eine
der ältesten Kirchen der Region, sein eigen nennen darf.
Ihre Erbauungszeit fällt in das frühe 13. Jahrhundert.

Jüngeren Datums ist unverkennbar die barocke
Turmhaube, die den rechteckigen Turmschaft bekrönt. Die Innenausstattung stammt
zwar ebenfalls nicht
mehr aus den frühen Tagen der Kirche, ist aber äußerst bemerkenswert.
Zu den ältesten Ausstattungsstücken zählen Triumphkreuz,
hölzerne Taufe und Kanzel, die noch vor dem 30-Jährigen-Krieg
entstanden sind. Prächtige Gräber, Epitaphen und besonders die
vollständige Innenausmalung im Stile der Neorenaissance erregen
ebenfalls Bewunderung. Sie wurde bei Renovierungsarbeiten
1860/61 aufgetragen.
Die neogotische Begräbniskapelle der
einstigen Gutsbesitzerfamilie Behr-Negendank auf dem Friedhof
ist ein weiterer außergewöhnlicher Sakralbau in Semlow. Das
historische Gutshaus selber ist zwar noch erhalten, hat
aber durch bauliche Vereinfachungen im Laufe der Zeit viel von
seinem architektonischen Charme eingebüsst. Paradoxerweise
wirken heute die ehemaligen Wirtschaftsgebäude aus dem 19. Jahrhundert
beinahe imposanter als das ehemalige Herrenhaus (siehe folgende
Fotos).

Schloss

Wirtschaftsgebäude
Der im Stile englischer Landschaftsgärten
angelegte, ansehnliche Gutspark bzw. Schlosspark hat
sich, obgleich nach dem zweiten Weltkrieg mehrere
Parkarchitekturen verschwunden sind, in seiner Grundstruktur
weitgehend erhalten und darf weiterhin als ein schönes Beispiel
historischer Gartenbaukunst gelten. Für die Freunde der Ur- und
Frühgeschichte sei hier noch erwähnt, dass sich am Rande dieses
Parks Reste eines Großsteingrabs aus der Steinzeit
befinden.
|