Das Dorf Rothenklempenow
Vieles von den historischen Dorfstrukturen in Rothenklempenow hat sich noch erhalten. Als der
Autor dieser Websites den Ort zum erste Male sah, wollte er aufgrund dieser Altertümlichkeit beinahe die Uhr um wenigstens 100 Jahre
zurückstellen. Diese Aussage ist kein Spott, sondern darf als Lob für das überdurchschnittlich schöne und intakte historische
Ortsbild gewertet werden. Oder sollte doch vielleicht der Spruch Bismarcks stimmen, dass an der deutschen Ostseeküste alles so
rückständig sei, dass selbst der Weltuntergang hier mit deutlicher Verspätung einträfe? ...
 
Spaß beiseite ... Die Ursprünge der Siedlung, die im 13. Jahrhundert zum erste Male in einer Urkunde erwähnt
wird, reichen bis ins Mittelalter zurück. Verbliebener baulicher Hinweis auf diese frühe Zeit von Rothenklempenow ist ein hoher Bergfried, der
ursprünglich Teil einer heute nicht mehr vorhandenen Burganlage war. Die Burg wird vermutlich spätestens während des 30-Jährigen-Krieges weitgehend zerstört worden sein.

An der Stelle der Burg wurde in der 2. Hälfte des 18.
Jahrhunderts ein großes Guts- bzw. Herrenhaus gebaut. An das imposante rot angestrichene Fachwerkhaus schließt sich ein aus der gleichen Zeit
stammender Park an. Die zugehörigen Wirtschafts- bzw. Wohngebäude aus Feld- und Backsteinen in der unmittelbaren Umgebung sind in der Folgezeit
bis ins 19. Jahrhundert sukzessive entstanden.
 

Die barocke Kirche in
Rothenklempenow ist etwas älter als das Gutshaus. Sie wurde in ihrem heutigen Erscheinungsbild kurz nach 1730 in relativ schlichten
äußeren Formen erbaut, wobei man bei der Gestaltung der Turmspitze mit geschlossener,
oktogonaler Laterne den größten Aufwand betrieb. Über dem Südportal der Kirche hängt außerdem ein
sehr dekoratives Wappen der Familie von Eickstedt, der ehemaligen Gutsbesitzerfamilie (siehe folgendes Foto). Im Inneren des
Sakralgebäudes hat sich die originale barocke Ausstattung noch weitgehend erhalten.
Das sehenswerte Dorf Rothenklempenow
und seine rund 500 Einwohner findet man übrigens unweit der polnischen Grenze rund 15 Kilometer nordöstlich der ehemaligen Kreisstadt Pasewalk.
|