Die Kleinstadt Richtenberg
Richtenberg,
rund 800 Jahre alt, 1297 erstmalig in einer Urkunde als Stadt bezeichnet, vor allen Dingen bekannt durch eine
ehemalige Spirituosenfabrik ("Richtenberger"), rund 1500 Einwohner, zentral zwischen Barth, Stralsund, Grimmen
und Tribsees gelegen, ist eigentlich ein typisches Ein-Straßen-Dorf.
Außer der Hauptachse, der Langen Straße, gibt es nur wenige Seitenstraßen. Daher zieht sich die Anlage der Stadt fast nur
in die Länge, kaum in die Breite. Der spitze, dreieckige Marktplatz fügt sich gut in diese Längsstruktur ein. Neben den
schön herausgeputzten Häuserfassaden springt an diesem Platz sofort das weiß verputzte sowjetische Ehrendenkmal in die Augen. Ein
Ortsansässiger hat dem Autoren dieser Website übrigens hinter vorgehaltener Hand erzählt, dass nicht alle Russen, denen dieses
Ehrendenkmal gilt, in Kampfhandlungen nahe Richtenberg gefallen oder durch Krankheiten verstorben
seien, sondern auch einige durch den exzessiven Genuss oben erwähnter Spirituose ihr Leben ausgehaucht hätten.
 

Nur wenige Meter vom Marktplatz entfernt liegt die dicht von hohen Bäumen umstandene St.-Nikolai-Kirche, deren
Baubeginn in die frühe Stadtentwicklungsphase Richtenbergs Mitte des 13. Jahrhunderts fällt. Die dreischiffige gotische
Backsteinhalle mit Feldsteinchor besticht besonders durch ihre außergewöhnlich schöne Innenarchitektur: Die niedrig
hängenden Kreuzrippengewölbe, die sich auf Achteckpfeilern stützen, das aufwändige Domikalgewölbe des Chores und die
mittelalterlichen Wandmalereien seien hier als besonders bemerkenswert erwähnt. Am Äußeren des sakralen Gebäudes fällt
besonders der überreich gestaltete Chorgiebel auf.
Neben eben erwähnter Kirche,
dem alten Rathaus von 1895 (siehe Foto links) und mehreren anderen alten Häusern ist außerdem noch der Blick auf
Richtenberg vom benachbarten Franzburg aus eine
unbedingte Sehenswürdigkeit (siehe erstes Foto oben). Zwischen beiden Orten ist mittlerweile
der 1936 trocken gelegte, so genannte Richtenberger See wieder neu entstanden.
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