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MUSEEN

Museum

Hier soll ein kleiner Überblick über die reichhaltige Museumslandschaft in der Region Vorpommern vermittelt werden. Dabei wird allerdings zum Zwecke der Überschaubarkeit auf Vollständigkeit verzichtet. Die meisten lokalen Heimatstuben werden demgemäß zum Beispiel nicht aufgeführt, was allerdings nicht bedeutet, dass sie uninteressant wären. Hauptsächlich die bedeutendsten und meistbesuchten Museen erfahren im folgenden eine gebührende Erwähnung:

Hauptgebäude des Pommerschen Landesmuseums in Greifswald
Hauptgebäude des Pommerschen Landesmuseums in Greifswald

Das Pommersche Landesmuseum in der Hanse- und Universitätsstadt Greifswald informiert über die Erd- und Landesgeschichte Pommerns. Ein Glanzstück der Ausstellung ist der fast 30 qm große, so genannte Croy-Teppich aus dem Jahre 1554. Als bemerkenswert gilt aber ebenfalls die hochwertige Gemäldegalerie, die auch Werke von Caspar David Friedrich, Greifswalds berühmtesten Sohn, umfasst.

Katharinenklosterkirche in StralsundOzeaneum am Stralsunder Hafen
Katharinenkloster und Ozeaneum in Stralsund

In der Hanse- und Hafenstadt Stralsund befindet sich ein weiteres Kulturhistorisches Museum. Es ist in dem ehemaligen Dominikanerkloster St. Katharinen untergebracht und zeigt Ausstellungen zur Ur- und Frühgeschichte der Region und zur Stadtgeschichte von Stralsund. Ein Höhepunkt der vielfältigen musealen Sammlungsstücke stellt sicherlich der Hiddenseer Goldschmuck dar. Das gleiche Gebäude beherbergt auch ein naturwissenschaftliches Museum, und zwar das so genannte Meeresmuseum, dessen umfangreiche Präsentationen sich sowohl der Meereskunde, Meeresbiologie, Fischerei als auch der Flora und Fauna der Ostsee widmen. Das 15 Meter lange Skelett eines Finnwals kann man zum Beispiel im Chor der ehemaligen Klosterkirche begutachten. Das Ozeaneum am Hafen in Stralsund ist eine großartige Erweiterung bzw. Ergänzung zum Meeresmuseum und bietet "eine faszinierende Unterwasserreise durch die nördlichen Meere".

Lilienthal-Büste in AnklamEingang zum Lilienthalmuseum
Lilienthal und Eingang zum Lilienthalmuseum in Anklam

Auch die Hansestadt Anklam verfügt mit dem Otto-Lilienthal-Museum über einen interessanten Kulturtempel. Das technische Museum ist eine Hommage an den Flugpionier und berühmtesten Sohn der Stadt. Unter anderem kann man dort mehr als 10 rekonstruierte Flugzeugentwicklungen Lilienthals bewundern. Wie in Greifswald und Stralsund gibt es auch in der Stadt Ueckermünde ein bemerkenswertes kulturhistorisches Museum: das Haffmuseum, das im Stadtschloss umfangreiche Sammlungen und Ausstellungsstücke zu den Themen Ur-, Früh- und Stadtgeschichte und historische regionale Haupterwerbszweige präsentiert. Ein paar Kilometer südlich von Ueckermünde liegt nahe bei Torgelow ein einzigartiges Freilichtmuseum namens Ukranenland mit in Originalgröße rekonstruierten slawischen Block-, Bohlen- und Flechtwandhäuser des 9. und 10. Jahrhunderts. Vorpommern wurde vor der deutschen Einwanderung ja bekanntlich ausschließlich von slawischen Stämmen besiedelt. In der Gegend um Torgelow waren damals die Ukranen ansässig, deren Lebensweise das Museum beleuchtet.

Skulpturenpark in Katzow
Skulpturenpark in Katzow

Rungehaus in Wolgast
Rungehaus in Wolgast

Stadtgeschichtliche Museum
Stadtgeschichtliche Museum

Ein weiteres, aber der modernen Kunst verpflichtetes Freilichtmuseum befindet sich im Dorf Katzow bei Wolgast. Im dortigen so genannten Skulpturenpark sind auf einer 18 ha großen Wiesenfläche mehr als 80 Werke zeitgenössischer Bildhauer aufgestellt.

Im kaum 10 Kilometer entfernten Wolgast widmet sich das Rungehaus einem historischen Künstler. In diesem Gebäude - nomen est omen - erblickte der bedeutende Maler der deutschen Romantik Philipp Otto Runge das Licht der Welt. Sein Geburtshaus ist mittlerweile zu einem Museum umgestaltet worden, das den künstlerischen Werdegang des Malers unter vielen Gesichtspunkten nachzeichnet.
In einem alten Getreidespeicher aus dem 17. Jahrhundert ist das interessante Stadtgeschichtliche Museum in Wolgast untergebracht. Hier kann man einen tiefen und detaillierten Einblick in die vergangenen Zeiten der ehemaligen Herzogsstadt am Peenestrom gegenüber der Insel Usedom erhalten.

 

Museum Atelier Otto Niemeyer-Holstein
Museum Atelier Otto Niemeyer-Holstein

Die Insel Usedom war die Wirkungsstätte des Malers Otto Niemeyer-Holstein von 1933 bis zu seinem Tod im Jahre 1984. Er wohnte und wirkte damals auf einem recht großflächigen Anwesen am Achterwasser zwischen den beiden Seebädern Zempin und Koserow, das heute als Museum Atelier Otto Niemeyer-Holstein genutzt wird. Neben der im ursprünglichen Zustand erhaltenen Wohn- und Arbeitsstätte und Gartenanlage des Künstlers verfügt das Museum auch über eine beeindruckende Sammlung von Werken Niemeyer-Holsteins, die in wechselnden Ausstellungen und bei Führungen gezeigt wird.

Historisch-Technisches Museum im alten Kraftwerk in Peenemünde
Historisch-Technisches Museum im alten Kraftwerk in Peenemünde

Auf der Insel Usedom befindet sich auch das so genannte Historisch-Technische Museum im alten Kraftwerk von Peenemünde. Das riesige Backsteingebäude, heute das größte technische Denkmal in Vorpommern, wurde ursprünglich um 1940 zum Zwecke der Energieversorgung für die einst unmittelbar angrenzende nationalsozialistische Heeresversuchsanstalt gebaut, deren bekanntestes Produkt ja die Rakete V2 ist. Auf 5.000 m² Ausstellungsfläche im ehemaligen Kraftwerk wird nun mit Hilfe von Dokumenten, Originalteilen und Modellen der Weg von den frühen zivilen Raumfahrtsträumen bis zum Kriegseinsatz der in Peenemünde gefertigten Großrakete detailliert veranschaulicht. Nicht weit vom Kraftwerk entfernt ankert ein weiteres militärisch-technisches Museum. Das fast 90 Meter lange U-Boot U 461 ist eines der größten Unterwasserfahrzeuge, das je mit Dieselmotoren angetrieben wurde. Bis 1991 versah es seinen Dienst für die sowjetische Rotbannerflotte und ist nun ein beliebtes Museum in Peenemünde.

U461 in Peenemünde
U 461 in Peenemünde (oben) und HMS Otus in Sassnitz (unten)
HMS Otus in Sassnitz

Im Stadthafen von Sassnitz auf Rügen trifft man auf ein weiteres U-Boot-Museum. Die HMS Otus, ein außer Dienst gestelltes U-Boot der britischen Royal Navy, ist etwa genau so lang wie die U 461 und verfügte über einen ähnlichen Antrieb. Zwei weitere museale Einrichtungen am Hafen in Sassnitz verdienen ebenfalls Beachtung: das Fischerei- und Hafenmuseum, dessen bedeutendstes Ausstellungsstück der Kutter Havel ist, und das Museum für Unterwasserarchäologie, das sich in der denkmalgeschützten Abfertigungshalle des ehemaligen Fährhafens befindet.

Museum für Unterwasserarchäologie im alten Fährterminal   Museum für Unterwasserarchäologie

Ein Thema für Unterwasserarchäologie wäre sicherlich auch das im Meer versunkene Vineta. Mit dieser sagenhaften Stadt beschäftigt sich unter anderem ebenfalls das Vineta-Museum in Barth. Außerdem wird in der etwas größeren Heimatstube die Geschichte der Stadt am Bodden detailliert dargestellt. Einen Besuch im Niederdeutschen Bibelzentrum am gleichen Ort sollte man ebenfalls nicht auslassen. Der Museumsträger verspricht eine außergewöhnliche Erlebnisausstellung rund um die Bibel.

Zuletzt sei auch noch auf eine besondere Museumslandschaft im westlich von Barth gelegenen Dorf Ahrenshoop hingewiesen: In dem kleinen Seebad gibt es so viele Ausstellungen, so viele "Kunsthäuser" wie die sprichwörtlichen Sandmassen am Meer. Für die Freunde der Malerei und der bildenden Künste ist Ahrenshoop sicherlich ein Ort höchster Freude und höchsten Genusses.

Vineta-Museum Barth
Vineta-Museum Barth

Kunstkaten Ahrenshoop
Kunstkaten Ahrenshoop

© Andreas Reuter