Lüssow bei Gützkow
Lüssow ist ein Dorf mit
ungefähr 200 Einwohner, das am mittleren Lauf der Peene liegt. Bis zum Jahre 2010 war der Ort eine selbständige Gemeinde und
ist nun nur noch ein Ortsteil der benachbarten, 6 Kilometer entfernten Stadt Gützkow. Die Distanz zur Kreisstadt Greifswald
beträgt rund 20 Kilometer. Lüssow, dessen erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 1128 datiert, hat zwei Sehenswürdigkeiten: eine teilweise aus dem
Spätmittelalter stammende Dorfkirche und ein ehemaliges Herrenhaus in einer alten Parkanlage mit zugehörigen Wirtschaftsgebäuden.

 
Zuerst zur Dorfkirche: Das Schiff, an dessen südliche Seite 1878
ein Turm mit hohem Spitzhelm angefügt wurde, ist der älteste Bauteil und wurde wohl noch im 15. Jahrhundert errichtet. Der westliche Anbau stammt wie der Turm ebenfalls aus der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Innenausstattung - hier seien besonders der schöne Altar und die Kanzel
hervorzuheben - ist in wesentlichen Teilen barock und datiert aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Das Schiff mit seiner
bemerkenswerten Ausstattung wird übrigens nicht von einem Kreuzrippengewölbe, sondern von einer schweren Kassettendecke überspannt.

Das Schloss in Lüssow wurde während der 60iger Jahre des 19.
Jahrhunderts in historischen Formen mit starker Anlehnung an die Renaissancearchitektur errichtet. Die Gestalt des mittlerweile
dringend renovierungsbedürftigen Schlosses ist jedoch im Laufe der Zeit nicht unerheblich verändert worden. Der zweigeschossige
Bau weist heute auf beiden Längsseiten drei Risalite auf. Der mittlere Risalit auf der Vorderseite war
ursprünglich als Turm ausgebildet, während der andere Mittelrisalit auf der Rückseite früher von zwei dreigeschossigen Türmen mit spitzer
Haube flankiert wurde. Von diesen Türmen sind nun nur noch die beiden unteren Geschosse vorhanden (siehe vorheriges Foto).

Die zum Schloss zugehörigen Wirtschaftsgebäude wie der Schafstall und Speicher stammen ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert. Sie werden
heute teilweise für kulturelle Zwecke bzw. für Ausstellungen genutzt. Schließlich sei auch noch auf die schöne angrenzende alte
Parkanlage hingewiesen, die im Zuge des Schlossbaus nach englischen Vorbildern gestaltet wurde.

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