Loitz an der Peene
Loitz, 10 Kilometer nordöstlich von Demmin gelegen, erhielt 1242
Stadtrecht nach Lübecker Vorbild. Um einmal einen historischen Vergleich mit den beiden größten Orten in Vorpommern anzustellen:
Stralsund erhielt 8 Jahre früher (1234), Greifswald 8 Jahre später (1250) Stadtrecht.
Die Kleinstadt an der Peene hat aber heute viel weniger Einwohner als die beiden Hansestädte. Rund 4500 sind in Loitz angemeldet.
Sehenswert im Ortszentrum ist die St. Marienkirche, ursprünglich im 13. Jahrhundert erbaut, im
18. und 19. Jahrhundert aber durchgreifend umgestaltet. Der Kirchturm, der von einer barocken Haube gekrönt wird, erreicht eine Höhe von 46 Metern.
Durch ihre weiße Verputzung hebt St. Marien sich von vielen anderen Kirchen in Vorpommern deutlich ab, die in der Regel
backsteinsichtig sind. Auch ihr Innenraum mitsamt Ausstattung ist bemerkenswert. Darunter befindet sich ein
romanischer Taufstein aus dem 12. Jahrhundert, der wohl von einem Vorgängerbau der heutigen Kirche stammt.
 
Von den mittelalterlichen Befestigungsanlagen ist in Loitz noch das Steintor (siehe Bild oben), eines von
ehemals 4 Stadttoren, erhalten. 1701 wurde das Obergeschoss zerstört und durch einen neuen
Aufbau ersetzt, der sowohl als Gefängnis diente als zu Wohnzwecken genutzt wurde.
Auch das
klassizistische Rathaus am Marktplatz (siehe folgendes Bild), ein rechteckiger, zweigeschossiger
Putzbau mit Mansardwalmdach und übergiebelten Mittelrisaliten, steht unter
Denkmalschutz. Das schöne Gemäuer, das auch heute noch durch
seine stolzen Formen zu beeindrucken weiß, wurde nach rund 2-jähriger Bauzeit 1787 eingeweiht.

Die über 100 Jahre alte einspurige Peenebrücke, ein überaus
interessantes technisches Denkmal (siehe Fotos unten), ist eine der letzten noch funktionsfähigen Handdrehbrücken in Europa
und ein weiteres, unbedingtes "Muss man gesehen haben" in Loitz.
Leider will man sie in den Jahren 2011/12 durch eine moderne Klappbrücke
ersetzen. Der Autoverkehr wird dann wohl flüssiger über die Peene fließen, Vorpommern hingegen um ein technisches Denkmal ärmer sein.
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