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 KAMMINKE

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Rund dreihundert Einwohner bevölkern das Dorf Kamminke am äußersten östlichen Rande der Insel Usedom, der zugleich auch beinahe der nordöstlichste Punkt der Bundesrepublik Deutschland ist. Das alte Fischerdorf schmiegt sich teilweise an einen in der letzten Eiszeit entstandenen Hügel an, ist unmittelbar ans Wasser des Oderhaffs gebaut und liegt nur einen Steinwurf von der polnischen Grenze entfernt. Kurz gesagt: Das idyllische Dorf mit seinen schönen kleinen, teils reetgedeckten Häusern kann man frag- und arglos als ein beschauliches Nest am Ende der Welt bezeichnen. Die abgeschiedene Stille des Ortes wird allerhöchstens im Sommer durchbrochen, wenn größere Scharen von Touristen aus den nahen Seebädern in Kamminke eintreffen. Teilweise kommen sie, um die dörfliche Idylle und frisch gefangen Fisch zu genießen, teilweise, um vom Hafen einen Schiffsausflug übers Oderhaff zu unternehmen.

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Der slawische Ortsname - Kamminke heißt in Übersetzung wohl Steinort - deutet darauf hin, dass das Dorf als Siedlungsplatz schon im hohen Mittelalter bestanden hat. Urkundlich erwähnt wird es allerdings erst im 13. Jahrhundert nach der Einwanderung deutscher Völker ins Land der Pommern. Abgesehen davon, dass auch Kamminke die allgemeine Usedomer und pommersche Geschichte teilte, d. h. anfänglich war man den pommerschen Herzögen unterstellt, 1630 bzw. 1648 kamen die Schweden und blieben bis 1720 Landesherren, danach wurde man preußischer Untertan, hat sich im Dorf mit Ausnahme von ein paar Hochwassern und einigen außergewöhnlich guten Fischfängen eigentlich nichts besonders erwähnenswertes im Laufe der Erdgeschichte ereignet.

Nur ein tragisches 1945er Ereignis muss unbedingt erwähnt werden: In diesem Jahr wurden am Kamminker Ortsrand auf dem Hügel Golm, der mit seinen rund 60 Metern Höhe übrigens die höchste geografische Erhebung Usedoms darstellt, weit über 20000 Opfer eines Luftangriffes auf das benachbarte Swinemünde bestattet. Früher war der Golm ein beliebtes Vergnügungsausflugsziel auch wegen der vorzüglichen Aussicht auf das Umland, heute ist er als Mahn- und Gedenkstätte der größte Friedhof der Insel.
 

Nahe Orte:
Benz, Mellenthin und Karnin, siehe auch Usedom

Nützliche Links:
 
http://www.jbs-golm.de

© Andreas Reuter