Manchmal birgt es Überraschungen, was man am scheinbaren Ende
der Welt doch alles erblicken kann. Wenn man von Stralsund in
nördliche Richtung aufbricht, erreicht man nach einer
Viertelstunde Autofahrt ein Dorf mit rund 1000 Einwohnern und
einen ehemaligen Herrensitz bzw. Gutshaus, das sich Schloss Hohendorf
nennt.
Das imposante Bauwerk, das den Namen Schloss
wirklich verdient hat, wurde 1854 nach Plänen von Friedrich
Hitzig im Stile der damals geschätzten Tudorgotik
errichtet. Der mittlere Gebäudetrakt, dem ein Treppenrisalit
mit schlanken Zinnentürmchen vorgelagert ist, wird links und
rechts von vorspringen Seitenflügeln flankiert. In der
südöstlichen Ecke befindet sich ein ebenfalls
zinnengeschmückter Bergfried, der in den 90iger Jahren
rekonstruiert wurde, nachdem er zu DDR-Zeiten abgerissen
worden war.
Das Schloss, das in einem Landschaftspark
liegt, der ebenfalls im 19. Jahrhundert angelegt wurde, ist
mittlerweile wieder im Eigentum der ursprünglichen
Besitzerfamilie und wird heute als Hotel genutzt.