Die Kleinstadt Gützkow
15 Kilometer südlich von Greifswald liegt Gützkow, eine Kleinstadt mit
ungefähr 2500 Einwohnern, die schon für das Jahr 1128 im Zusammenhang mit der Missionsreise des Bischofs Otto von Bamberg
dokumentarisch belegbar ist. Wie die meisten Städte in der näheren Umgebung, so erhielt auch Gützkow im Verlaufe des 13.
Jahrhunderts Stadtrecht nach Lübecker Vorbild.
In die Zeit der Stadtrechtsverleihung fällt auch der Baubeginn der zweischiffigen
Stadtkirche, die dem Schutzpatron der Seefahrer, dem Heiligen Nikolaus, geweiht ist. Die heutige Architektur der Kirche ist
aber auch maßgeblich ein Werk des späten 19. Jahrhunderts: Bei Restaurierungsarbeiten wurde St. Nikolai nicht
unerheblich im neugotischen Stile umgebaut bzw. ergänzt. Davon zeugen besonders die Turmobergeschosse und auch große Teile der
Innenausstattung. Ein wahrer Blickfang sind die bunten spitzbogigen Kirchenfenster, auf denen auch Martin Luther und der
oben schon erwähnte Otto von Bamberg abgebildet wurden.

Unter dem recht netten, alten Häuserbestand im
Stadtzentrum von Gützkow stechen neben der Kirche u. a. ein Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert und ein Neorenaissancehaus in der Kirchstraße
hervor. Das zweigeschossige Haus mit Tordurchfahrt und drei Gauben, das man auf dem folgenden Foto
sehen kann, weist eine recht schöne Putz-Ornamentik auf der ansonsten backsteinsichtigen Fassade auf.

Der imposanteste Profanbau von Gützkow liegt jedoch am
Stadtrand. Das ehemalige Herrenhaus, das heute als Schule genutzt wird, wurde um 1850 errichtet. Vom ursprünglichen neogotischen Fassadenschmuck ist leider fast nichts mehr erhalten.
Bemerkenswert ist auch der vorgelagerte kleine Park, der leicht zur Stadt hin abfällt. Im Park befindet sich auch eine sehr hübsche neogotische
Gruftkapelle aus gelben Backsteinen, die im Jahre 1859 für die Gutsbesitzerfamilie von Lepel angelegt worden war.

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