1291 brauchte der Pommernherzog wohl etwas Geld: Daher verkaufte
er an die Hansestadt Greifswald eine kleine, heute rund anderthalb Quadratkilometer große Insel, die der
südöstlichen Spitze Rügens und der nordwestlichen Spitze Usedoms
ungefähr 12 Kilometer vorgelagert ist.
Spätestens seit dem 16. Jahrhundert ist diese kleine Insel
entsprechend der Besitzverhältnisse unter dem Namen
Greifswalder Oie bekannt.

Nach dem Ende des
30-Jährigen-Krieges 1648 verpachtete die Stadt Greifswald ihre
Insel an den Generalissimus Carl Gustav Wrangel,
Generalgouverneur von Schwedisch-Pommern. Wrangel, dem u. a.
auch das Schloss in
Wrangelsburg und
Schloss Spyker gehörte, richtete sich auf der Oie ein
Jagdrevier ein. Nach Wrangels Tod wurde die Insel wiederum land-
und fischereiwirtschaftlich genutzt. 1749 endete schließlich der
Pachtvertrag mit Wrangels Erben. Die Greifswalder verwalteten
ihre Insel nun wieder in eigener Regie bis 1883, als sie die Oie
an den preußischen Staat veräußerten.
Weil die Handelsschifffahrt
in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts deutlich zunahm, wurde
zuerst 1832 eine Leuchtbarke, dann 1855 ein Leuchtturm als
Schiffswegweiser auf der Insel in Betrieb genommen. Der achteckige
Leuchtturm, der
kurz vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges noch einmal umgebaut
wurde, ist fast 40 Meter hoch. 1877 wurde außerdem ein kleiner
Fischereinothafen eröffnet.

der Leuchtturm
1937 baute man diesen Hafen aus, als die Oie militärisches Sperrgebiet wurde. Die
Heeresversuchsanstalt in Peenemünde nutzte die Insel als
Außenposten u. a. zur Erprobung ihrer neu entwickelten
Raketen. Auch nach 1945 blieb die Oie militärisches Sperrgebiet.
Kleinere Einheiten zur See- und Luftraumbeobachtung waren bis
1991 auf der Insel stationiert. Danach, als das Militär
abgezogen war, brach für ein
halbes Jahr die Zeit des wilden Tourismus auf der unbewohnten
Insel an, der in erster Linie mutwillige Zerstörungen an den
noch vorhandenen Gebäuden und etliche Müllberge zur Konsequenz
hatte.

NVA-Garagen
1994 wird die Insel
schließlich komplett unter Naturschutz gestellt. Sie wird
seitdem vom Verein Jordsand betreut, der auf der Oie auch eine
Vogelberingungsstation betreibt. Wer die Insel übrigens einmal
erleben möchte: Im Sommer kann man sie von
Peenemünde und Freest aus täglich per Fähre
erreichen.
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