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Auch noch das letzte Stückchen Oder, das den Pommern nach 1945
geblieben war, nahm man ihnen schließlich weg: 1991 wurde die
Region um die Stadt Gartz dem Land Brandenburg zugeschlagen. Der
ursprünglich vorpommersche Ort ist nun sowohl Grenzstadt
nach Polen als auch nach
dem heutigen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Geblieben ist allerdings die kirchenpolitische Einordnung:
Die Stadt und ihre Umgebung gehören immer noch zur
pommersch-evangelischen Kirche.
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Gartz, ursprünglich eine slawische Siedlung, verwandelte sich nach der
Ostexpansion der Niedersachsen und Westfalen im Laufe des 13.
Jahrhunderts in eine deutsche Marktsiedlung, die 1249
Stadtrecht nach Magdeburger Vorbild erhielt. Die
verkehrstechnisch günstige Lage am Ufer der Westoder, der Bau
einer Brücke über den Fluss Anfang des 14. Jahrhunderts und
zahlreiche Vergünstigungen seitens des pommerschen Herzogshauses
sorgten dafür, dass die Stadt im späten Mittelalter einen
bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung erfuhr und zu Wohlstand
gelangte.
Zeitweise war sie sogar Mitglied der Hanse.
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Ähnlich vielen anderen Orten in Vorpommern folgte auch in Gartz
dem wirtschaftlichen Erfolg, der sich nach der Einwanderung der
Deutschen eingestellt hatte, ein steiler ökonomischer Abstieg,
nachdem die wallensteinschen Truppen während des 30-Jährigen-Krieges
eingetroffen waren. 1630,
1635, 1638 und 1639 kam es zu schweren Kämpfen um die Stadt
zwischen kaiserlichen und schwedischen Armeen. 1648 schließlich
wurde das westliche Pommern einschließlich der Stadt Gartz Teil
des Schwedischen Reiches. Bevor die Preußen nach Beendigung des
Nordischen Kriegs 1720 die Landesherrschaft im Gartzer
Gebiet antraten, traf die Stadt noch ein
weiterer schwerer Schicksalsschlag: 1713 wurde sie mit Ausnahme
der Stephanskirche komplett von russischen Truppen eingeäschert.
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Wirtschaft und Handel erholten sich im 19. Jahrhundert erheblich.
Besonders die Tabak- und Zigarettenindustrie sorgten dafür, dass
Gartz wieder aufblühte und zu einem schönen Landstädtchen mit
damals 4500 Einwohnern sich entwickelte. Damit war es aber
wiederum Ende des Zweiten Weltkrieges vorbei: Nochmals wurde die
Stadt von den Russen stark zerstört. Heute zählt die Gemeinde
übrigens rund 2700 Einwohner und weist somit eine kleinere
Bürgerschaft als noch vor 150 Jahren auf. Diese Tatsache spricht
nicht gerade für einen prosperierenden wirtschaftlichen Standort.
Die extreme Randlage des Ortes mag wohl dafür in erster Linie
verantwortlich sein.

Dass es in Gartz
überhaupt noch historische Sehenswürdigkeiten gibt, grenzt nahe an
ein Wunder, denn auf keine andere Stadt in Vorpommern ist so stark
und oft
in mehreren Kriegen eingeprügelt worden wie gerade eben auf diese kleine
Oderstadt:
Von der gotischen Stephanskirche, die 1945 komplett
ausgebrannt war, wurde nur der Turm und der Chor
wiederhergestellt. Das beide Bauteile verbindende Schiff wurde bei
der Restaurierung nicht mehr überdacht und dient nun quasi als
Innenhof zwischen Turm und Chor (siehe Foto 2). Auch als Teilruine
strahlt der Sakralbau immer noch Wohlstand und Erhabenheit des
mittelalterlichen Ortes aus.

Diesen Glanz früherer Zeiten kann man ebenfalls am Stettiner Tor
erkennen (siehe Fotos 1, 10, 11). In dem alten Gemäuer und im
angrenzenden ehemaligen Torwächterhäuschen ist heute übrigens das
Ackerbürgermuseum untergebracht. Das Stadttor ist das schönste
Überbleibsel der mittelalterlichen Festungsanlagen, von
denen sich außerdem beachtliche Reste der Stadtmauer und drei
Türme, darunter der Storchenturm (siehe Foto 07), erhalten haben.
Aus dem Mittelalter stammt auch noch die kleine gotische Kirche
des ehemaligen Heilig-Geist-Hospitals (siehe Fotos 01 und
05), die heute als Konzert- und
Ausstellungsgebäude dient. Sehenswert ist auch ein großer
Speicher am Oderhafen (Foto 04), der um 1900 errichtet wurde: In
früheren Zeiten wurde dort erst Tabak, dann Getreide gelagert.
Heute ist er zu einem Wohngebäude umgebaut.
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Orte in der Umgebung:
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Nützliche Links:
Brandenburg - Vorpommersches Amt
Gartz (Oder)
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© Andreas Reuter
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