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Wirtschaft und Handel erholten sich erst im 19. Jahrhundert erheblich.
Besonders die Tabak- und Zigarettenindustrie sorgten dafür, dass Gartz wieder aufblühte und sich zu einem schönen Landstädtchen mit
damals 4500 Einwohnern entwickelte. Damit war es aber wiederum am Ende des Zweiten Weltkrieges vorbei: Nochmals wurde die
Stadt von den Russen stark zerstört. Heute zählt die Gemeinde übrigens rund 2500 Einwohner und weist somit eine kleinere
Bürgerschaft als noch vor 150 Jahren auf. Diese Tatsache spricht nicht gerade für einen prosperierenden wirtschaftlichen Standort.
Die extreme Randlage des Ortes und der fast 50-jährige Fluch kommunistischer Herrschaft mögen wohl dafür in erster Linie verantwortlich sein.

Dass es in Gartz überhaupt noch historische Sehenswürdigkeiten gibt, grenzt nahe an
ein Wunder, denn auf keinen anderen Ort in Vorpommern ist so stark und oft
in mehreren Kriegen eingeprügelt worden wie gerade eben auf diese kleine Oderstadt:
Von der gotischen Stephanskirche aus dem 13./14. Jahrhundert, die 1945 komplett
ausgebrannt war, wurde nur der Turm und der Chor wiederhergestellt. Das beide Bauteile verbindende Schiff wurde bei
der Restaurierung nicht mehr überdacht und dient nun quasi als Innenhof zwischen Turm und Chor (siehe Foto 2). Auch als Teilruine
strahlt der Sakralbau immer noch unverkennbar den Wohlstand und die Erhabenheit des einst reichen mittelalterlichen Ortes aus.

Diesen Glanz früherer Zeiten kann man ebenfalls am Stettiner Tor
erkennen (siehe Fotos 1, 10, 11). In dem alten Gemäuer und im angrenzenden ehemaligen Torwächterhäuschen ist heute übrigens das
Ackerbürgermuseum untergebracht. Das Stadttor ist das schönste Überbleibsel der mittelalterlichen Festungsanlagen, von
denen sich außerdem beachtliche Reste der Stadtmauer und drei weitere Türme, darunter der Storchenturm (siehe Foto 07), erhalten haben.
Aus dem Mittelalter stammt auch noch die kleine gotische Kirche
des ehemaligen Heilig-Geist-Hospitals (siehe Fotos 01 und 05), die heute als Konzert- und Ausstellungsgebäude dient. Sehenswert ist auch ein großer
Speicher am Oderhafen (Foto 04), der um 1900 errichtet wurde:
In früheren Zeiten wurde dort erst Tabak, dann Getreide gelagert. Heute ist er zu einem Wohngebäude umgestaltet.
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