|
Bröllin ist eins von nicht
wenigen vorpommerschen Minidörfern, von denen man fast meinen könnte,
dass dort die Zeit vor 150 Jahren stehen geblieben ist. Zu dem
ehemaligen Gutshof mit seinem imposanten Herrenhaus und mit einer
Unmenge von
Wirtschafts- und Gesindegebäuden aus dem 19. Jahrhundert
hat sich nämlich bis heute in Bröllin nicht viel neues
dazugesellt. Die Einwohneranzahl des Dorfes, das ein paar
Kilometer südöstlich von Pasewalk liegt, wird heute wie früher
wohl zweistellig sein, aber die
100er-Marke nicht annähernd erreichen. Kurz und vulgär gesagt: Das
Dorf ist ein Kaff.

 
Schloss Bröllin, wie das
schöne Herrenhaus der ehemaligen Gutshofanlage auch genannt wird, ist
in seiner heutigen Form im 18. und 19. Jahrhundert sukzessiv in
mehreren Schritten errichtet worden. Mit vielen weiteren
Gebäuden, die u. a. als Ställe und Korntrocknungshalle dienten,
umschließt es einen großflächigen Innenhof, in dessen Zentrum
ein weit ausladender
Speicherkomplex und eine Brennerei stehen. Bemerkenswert ist,
dass alle Bauwerke des historischen Gutshofsensemble noch erhalten sind.
Heute werden die beeindruckenden alten Gemäuer für verschiedene kulturelle Zwecke,
besonders für die darstellende Kunst, genutzt.

Ein paar Schritte von
diesem Gutshofensemble entfernt liegt die kleine Dorfkirche, die
von hochragenden Bäumen auf einen Friedhofsgelände umgeben ist. Der aus Schiff und
angefügtem Chor zusammengesetzte sakrale Feldsteinbau, dessen Fenster
mit Backsteinen eingefasst sind, stammt ursprünglich aus dem
Spätmittelalter. Der Holzturm ist eingezogen und sitzt auf dem
Satteldach des Schiffes.
|