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Bröllin ist wie das recht nahe Rothenklempenow eins von nicht
wenigen vorpommerschen Minidörfern, von denen man fast meinen könnte, dass dort die Zeit vor gut 150 Jahren stehen geblieben ist. Zu dem dortigen
ehemaligen Gutshof mit seinem imposanten Herrenhaus und einer Vielzahl von Wirtschafts- und Gesindegebäuden aus dem 19. Jahrhundert
hat sich nämlich bis heute in Bröllin nicht viel neues an Architektur dazugesellt. Die Einwohneranzahl des Dorfes, das ein paar
Kilometer südöstlich von Pasewalk liegt und Teil der Gemeinde Fahrenwalde ist, wird heute wie früher wohl zweistellig sein, aber die
100er-Marke nicht annähernd erreichen. Kurz und vulgär gesagt: Das Dorf ist ein echtes Kaff.

 
Schloss Bröllin, wie das schöne Herrenhaus der ehemaligen Gutshofanlage auch genannt wird, ist
in seiner jetzigen Form im 18. und 19. Jahrhundert sukzessiv in mehreren Schritten errichtet worden. Mit vielen weiteren
alten Gemäuern, die u. a. als Ställe und Korntrocknungshalle dienten, umschließt es einen großflächigen Innenhof, in dessen
Zentrum ein weit ausladender Speicherkomplex und eine Brennerei stehen. Bemerkenswert ist, dass alle Bauwerke des historischen
Gutshofsensemble noch erhalten sind. Sie stehen seit 1993 sogar unter
Denkmalschutz. Heute werden die beeindruckenden alten Gebäude für verschiedene kulturelle Zwecke und Projekte,
besonders für die darstellende Kunst, genutzt. Darum kümmert sich mit vollem Engagement der Verein Schloss Bröllin e. V., der mittlerweile der Gutshofbesitzer ist.

Ein paar Schritte von dem Gutshofensemble entfernt liegt die kleine Dorfkirche in Bröllin, die
von hochragenden Bäumen auf einen Friedhofsgelände umgeben ist. Der aus Schiff und
angefügtem Chor zusammengesetzte sakrale Feldsteinbau stammt ursprünglich aus dem
Spätmittelalter. Die Fenster werden allerdings von Backsteinen eingefasst. Der Holzturm ist eingezogen und sitzt auf dem
Satteldach des Schiffes. Auf dem oben schon erwähnten Friedhof sind übrigens noch
viele Gräber der einstigen Gutsbesitzerfamilie Stoewahs vorhanden.
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